Freitag, 8. März 2019

Kagoshima - Yakushima Tag 1 & 2

Auch heute stand kein Ausschlafen auf dem Plan, denn um 8:45 Uhr legte unsere Fähre nach Yakushima ab und wir mussten schon eine halbe Stunde zuvor einchecken. Wir hielten uns an die Genauigkeit und Pünktlichkeit der Japaner und so saßen wir schon bald in der recht kleinen, aber schnellen Fähre. Das Wetter zeigte sich heute wieder von seiner besten Seite, was für die Region alles andere als selbstverständlich ist, gilt Yakushima doch als einer der regenreichsten Orte der Welt.
Die zweistündige Überfahrt über das ruhige Meer war gemütlich und kurzweilig und immer wieder taten sich großartige Blicke auf diverse Vulkane und Inseln auf. 
Kagoshima - Yakushima
Für den ersten unserer zwei Inseltage hatten wir eine ganztägige geführte Tour gebucht, da wir uns für die kurze Zeit kein Auto mieten wollten und es für eine gute Möglichkeit hielten, in kurzer Zeit möglichst viel von der Insel zu sehen und über sie zu erfahren. Unser Guide Steve, ein vor etwa 20 Jahren nach Japan ausgewanderter Brite, empfing uns im Hafen der kleinen an der Nordspitze der Insel gelegenen Stadt Miyanoura mit hochgehaltenem „Philipp“-Schild. Auf dem Programm stand eine Umrundung Yakushimas. Die Insel gehört seit 1993 zum Unesco-Weltkulturerbe und hat in etwa die Fläche von Tokio. Steve machte von Anfang an einen sehr kompetenten und freundlichen Eindruck, was sich im Laufe der Tour immer mehr bestätigten sollte. So wusste er vieles über die Geschichte Yakushimas und Japans zu erzählen, war botanisch und zoologisch versiert und konnte sein Wissen obendrein noch interessant vermitteln. Egal, was wir ihn auch fragten, er hatte immer eine ausführliche und informative Antwort parat. Bevor die Tour jedoch losgehen konnte, brachte er uns noch schnell zu unserer Unterkunft am Rande von Miyanoura, damit wir unsere großen Koffer abladen konnten. Unsere Herberge für die kommenden zwei Nächte war eine Art Bed and Breakfast, das von einem nach Yakushima ausgewanderten Tokioter Ehepaar geführt wurde. Schon bei unserer Gepäckablagerung wurden wir herzlich von Shigeru und Hitomi in Empfang genommen. Nach kurzen Kennenlernverbeugungen sprangen wir auch schon wieder zurück ins Auto und starteten unsere Inselumrundung gen Westen. Die Tour brachte uns an diverse Hotspots der Insel. Unser erstes erwähnenswertes Ziel entlang der malerischen Küstenstraße war der Nagata Inaka-hama, ein breiter goldener Sandstrand im Nordwesten, auf dem von Mai bis Juli die gefährdeten Unechten Karettschildkröten und Grünen Meeresschildkröten ihre Eier ablegen. 

Nagata Inaka-hama
Bevor wir in den wilden Westteil der Insel einfuhren, machten wir noch Halt beim Nagata Lighthouse, einem nach schottischem Vorbild errichteten Leuchtturm. 
Nagata Leuchtturm
Blick vom Leuchtturm aus
Von hier aus beginnt sich die Straße durch den unberührten Wald zu winden, dem Zuhause etlicher Gruppen von Yakumakaken, einer nur auf Yakushima vorkommenden Unterart des Japanmakaken, und Sikahirschen. Es dauerte nur wenige Kurven, bis wir den ersten auf der Straße sitzenden Makaken begegneten, die es sich an den diversen Sonnenplätzen gemütlich gemacht hatten. Steve verriet uns, dass es die letzten Tage stark geregnet hatte und wir heute entlang der Straße auf etliche Makaken treffen würden, da es sie schon nach der Sonne lechzte. Und er sollte Recht behalten, denn beinahe hinter jeder zweiten Kurve tummelte sich eine neue Gruppe dieser entzückenden Affenart. Darunter spazierten vereinzelt Sikahirsche, die sich genauso wie die Affen nicht von uns und unserem Auto stören ließen. Wir hätten diese faszinierenden Tiere zwar den ganzen Tag beobachten können, mussten uns aber leider irgendwann von ihnen lösen. 
Yakumakaken

Sikahirsch
Unseren nächsten Stopp legten wir beim Oko-no-taki ein, Yakushimas höchstem Wasserfall mit 88 m, bei dem wir auch unser von Steve mitgebrachtes Mittagessen verspeisten. Wie so oft gab es eine kalte Bento-Box, die wider Erwarten aber immer gut schmeckt. 
Oko-no-taki
Am Nachmittag besuchten wir noch ein paar weitere nette Orte entlang der etwas belebteren Süd- und Westküste der Insel. Hervorzuheben waren hierbei der Hirauchi-Kaichu-Onsen (Onsen = Heiße Quelle), dessen Außenbecken zwischen Felsen direkt am Wasser liegen und nur bei Ebbe bzw. kurz vorher zugänglich sind, sowie eine sorgfältig angelegte Grünteeplantage. 
Grünteeplantage
Meer und Regenwaldberge
Entlang der Straße taten sich ständig atemberaubende Blicke auf die hohen Regenwaldberge im Inselinneren auf, in das wir uns am nächsten Tag im Zuge einer mehrstündigen Wanderung wagen wollten. Wieder in Miyanoura angekommen, schloss sich der Kreis unserer Umrundung und Steve brachte uns wieder zu unserer Unterkunft, wo uns Shigerun und Hitomi erneut freudig empfingen. Mangels Alternativen und weil wir doch schon wieder Hunger hatten, beschlossen wir, ein nicht in den Preis inbegriffenes Abendessen in der Unterkunft einzunehmen. Aber wir sollten es nicht bereuen, denn Hitomi zauberte uns ein köstliches Festessen aus unterschiedlichsten kalten und warmen Speisen. Da ihr Englisch für japanische Verhältnisse recht gut war, unterhielten wir uns während und nach dem Abendessen angeregt mit ihnen und bekamen so mitunter das Gefühl, privat bei Freunden eingeladen, anstatt Gäste in einem Hotel zu sein. 
Abendessen bei Shigerun und Hitomi
Nach mehreren Bieren und einem Gläschen Sake wankten wir müde in unser Zimmer und widmeten uns auf unseren Futon-Betten dem Schlafe, um morgen wieder fit für unsere angedachte Wanderung zu sein.
Am nächsten Morgen war leider das auf Yakushima gängige Regenwetter zurückgekehrt. Weiter nicht schlimm, dachten wir uns, hatten wir doch die passende Regenausrüstung dabei. Zuerst hieß es aber erstmal ab zum Frühstück, das wie das Abendessen am Tag zuvor eine Gaumenfreude war. Die Freude wurde jedoch ein wenig getrübt, als uns Shigeru nach dem Essen mitteilte, dass ein Großteil der von uns geplanten Wanderwege aufgrund zu hoher Wasserstände in den Flüssen gesperrt waren, weil man diese nicht mehr überqueren konnte. Offen war nur noch der erste Teil, ein einstündiger Rundweg durch den gebirgigen Regenwald. Da wir es ohnehin hinnehmen mussten, begaben wir uns trotzdem zum Bus beim ca. 15 Gehminuten entfernten Hafen von Miyanoura, um zumindest ein bisschen in das Inselinnere, für das Yakushima ja besonders bekannt ist, hineinzuschnuppern. Denn auf den felsigen Bergen des Eilandes wachsen in den moosgrünen Wäldern die weltbekannten Yakusugi – uralte Sicheltannen. Nach etwa 30 Minuten Fahrt entlang einer waghalsigen Bergstraße erreichten wir den Ausgangspunkt unserer Kurzwanderung. Da der nächste Bus erst in ein paar Stunden wieder nach Miyanoura abfahren würde, ließen wir uns bewusst mehr Zeit, auch wenn der immer stärker werdende, teilweise monsunartige Regen gepaart mit den brausenden Windböen für ein besonders intensives Regenwalderlebnis sorgten. Anstatt uns also über das Wetter und die damit einhergehenden Wegsperren zu ärgern, genossen wir das wilde Treiben der Natur, dank der diese einzigartige Landschaft überhaupt erst entstehen konnte. 

Regenwaldwanderung
Yakusugi
Martin, Philipp und Gianni
Trotz bewusst langsam gewählter Schritte kamen wir doch etwas zu früh wieder beim Parkplatz an, wo wir noch eine gute Stunde auf den nächsten Bus warten mussten. Als wir dann wieder Richtung Tal unterwegs waren, kam natürlich wieder die Sonne raus … Aber wir hatten uns ja zum Glück schon darauf geeinigt, uns nicht darüber zu ärgern …
Den restlichen Nachmittag verbrachten wir in der Unterkunft schlafend und uns aufwärmend, ehe wir am frühen Abend bei inzwischen wieder Schönwetter einen kurzen Spaziergang zum Hafen einlegten. Danach ließen wir uns wieder von Hitomi bekochen und kosteten neben neuen Bieren auch ein Gläschen des renommierten Hibiki-Whiskeys, der das kulinarische Gesamterlebnis gelungen abrundete. So schnell wie unsere zwei Tage auf Yakushima begonnen hatten, waren sie auch schon wieder vorüber. Trotz des kleinen Wermutstropfens der verkürzten Wanderung waren wir äußerst froh, den Kurzausflug in diese kleine Oase abseits der Menschenmassen gemacht zu haben. In den nächsten zwei Wochen warten nun mehrere Millionenstädte auf uns, ehe wir vielleicht in den japanischen Alpen wieder etwas Abgeschiedenheit finden. Doch alles nach der Reihe, morgen geht es erstmal wieder mit der Fähre zurück nach Kagoshima und dann weiter in die größte Stadt Kyushus: Fukuoka.

Ausgewählte Kuriositäten:
  • Im Ersten Weltkrieg haben einige Kamikaze-Piloten ihre Flugzeuge vor der Küste von Yakushima zum Abstürzen gebracht, in der Hoffnung, zu überleben und auf der Insel Unterschlupf zu finden. Obwohl viele bei diesem Versuch gestorben sind, gab es auch einige, die ihrem Schicksal so entgehen konnten.
  • Und wo wir gerade beim Ersten Weltkrieg sind: Mitten Im Krieg hat ein amerikanischer Kampfpilot einen Felsen vor der Küste von Yakushima bombardiert. Die Einheimischen haben sich jahrzehntelang gewundert, was es mit diesem Manöver auf sich hatte. Dieses Rätsel wurde mit der Veröffentlichung der Flugaufzeichnungen des besagten Piloten gelüftet – er hielt den Felsen für ein feindliches U-Boot …
  • Auf Yakushima war es lange Zeit üblich, einmal im Leben um die ganze Insel zu pilgern. Dieses Ritual hatte einen einfachen Hintergrund: Die Familienväter wollten so in anderen Dörfern geeignete Partner für ihre Kinder finden.
  • Auf Yakushima gibt es Schätzungen zufolge in etwa gleich viele Affen, Rehe und Menschen, nämlich ungefähr jeweils 12.000.
  • Im Jahr 1708 landete der erste Europäer auf Yakushima: Giovanni Battista Sidotti. Sodotti war ein italienischer Missionar, der sich auf eigene Faust auf den Weg gemacht hatte, um das Christentum in fremden Ländern zu verbreiten. Dafür wurde er später auf Yakushima festgenommen und nach Edo (das heutige Tokio) gebracht, wo er schließlich in einer Zelle starb. Noch heute gibt es auf Yakushima (und vielen anderen Inseln Japans) eine christliche Gemeinde.

Mittwoch, 6. März 2019

Tokio Tag 3 & Tokio - Kagoshima

Für unseren zweiten ganzen Tag in Tokio hatten wir uns etwas weniger vorgenommen. Das war einerseits dem schlechten Wetter geschuldet, andererseits saß uns noch der doch recht anstrengende Vortag in den Knochen. Nichtsdestotrotz starteten wir sehr zeitig am Morgen und kämpften uns durch mehr oder weniger starken Regen und Windböen zur Tokyo Station, einem der größten Bahnhöfe der Stadt, wo wir unseren bereits im Vorhinein gekauften Railpass (Fahrkarte für den Großteil der Züge im ganzen Land) sowie Sitzplatzreservierungen für unsere erste Shinkansen-Fahrt von Tokio nach Kagoshima besorgten. Nachdem wir das Organisatorische hinter uns gebracht hatten (was in Japan zum Glück wie am Schnürchen zu laufen scheint), setzten wir unseren Weg zu unserem eigentlichen Ziel, dem Stadtviertel Akihabara fort. „Akiba“ (so nennen es die Einheimischen) ist das Zentrum der Otaku-Subkultur (leidenschaftliche Fans). Man muss aber nicht selbst verrückt nach Mangas oder Anime sein, um dieses schräge Viertel zu genießen.
Akihabara
 Es ist zu gleichen Teilen Reizüberflutung und kulturelle Denksportaufgabe. In Akiba findet man detailliert gearbeitete Plastikmodelle, pornografische Comics und Cosplay-Outfits, sprich Verkleidungen basierend auf Figuren aus Mangas und Animefilmen, sowie allerlei Elektrokram von der Sicherung bis zu irgendwelchen Kabeln. Das alle Vorurteile über Japan erfüllende Viertel zauberte uns ein ständiges Grinsen aufs Gesicht und ließ uns auch ein wenig das durchaus grausame Wetter vergessen. Bevor wir uns wieder dem Sushi widmeten, bummelten wir noch ein wenig durch einen überdimensionalen mehrstöckigen Elektroladen, gegen den ein Media Markt, wie wir ihn zu Hause kennen, fast schon lächerlich winzig wirkt.
Elektroladen in Akihabara
Nach dem Essen wagten wir uns noch in eines der zahlreichen Maid-Cafés der Gegend. Das sind mehr oder weniger Cosplay-Cafés, in denen die weibliche Belegschaft wie Maids (Dienstmädchen) gekleidet ist und aus jeder Bestellung und jedem Handgriff eine Zeremonie gemacht wird. So muss man seine Speisen und Getränke etwa mit Zaubersprüchen belegen, um sie noch besser zu machen, und darf die Maids nur mit „Miau, miau“ rufen. Obendrein muss man während all dem Hasen- oder andere Plüschohren tragen. Fremd- und Eigenschämen war demnach angesagt. Im Grunde ist das Ganze eher ein „Spaß“ für Touristen, den man vielleicht gesehen haben muss oder vielleicht auch nicht … Das bestellte Eisparfait schmeckte jedenfals gar nicht mal so schlecht.
Um eine, wenn auch entbehrliche, Erfahrung reicher begaben wir uns zur U-Bahn, mit der wir auch schon recht durchnässt zu unserem Hotel zurückkehrten. Nach ein paar Stündchen notwendiger Ruhe kontaktierte uns unser Freund und Arbeitskollege Marco, der zufälligerweise auch für zwei Wochen mit seiner Freundin Jenny in Japan unterwegs ist. Wir hatten uns zwar ein paar Tage zuvor in unserem Büro in Graz gesehen, dennoch ließen wir uns den Spaß nicht nehmen, uns auch in Tokio kurz zu treffen. So vereinbarten wir kurzerhand ein Treffen beim örtlichen Hard Rock Cafe im Ausgehviertel Roppongi, um im Zuge dessen auch meine Sammlung an Hard Rock T-Shirts zu erweitern. Bei mehreren Bieren tauschten wir erste Reiseerfahrungen und -erlebnisse aus und unterhielten uns noch über unsere jeweiligen weiteren Reisepläne.
Marco, Philipp, Martin, Gianni
Danach führte uns unser Weg nur noch durch den immer noch herabprasselnden Regen ins Hotel, wo wir erneut müde ins Bett fielen.
Am nächsten Tag hieß es, wie bisher immer auf dieser Reise, früh den Federn zu entsteigen, um unseren Shinkansen in das ca. 1.400 km entfernte Kagoshima (mit Umstieg in Kobe) auf der Insel Kyushu zu erwischen. Alles lief problemlos und so saßen wir auf die Sekunde pünktlich um 8:10 Uhr im Shinkansen, der uns mit durchschnittlich 170 km/h im Verlauf einer siebenstündigen Fahrt sicher und komfortabel nach Kagoshima brachte. Wie eigentlich überall in Japan fühlt man sich auch im Shinkansen behandelt wie ein König, dem jeder Wunsch von den Lippen gelesen und mit zahlreichen Verbeugungen erfüllt wird.
Tokio - Kagoshima
Shinkansen
Wir erreichten Kagoshima nach einer mehr oder weniger ereignislosen und verregnet Fahrt, wurden jedoch von warmem, abendlichem Sonnenschein in Empfang genommen. Die Hauptstadt der gleichnamigen südlichsten Präfektur wurde zu Japans freundlichster Stadt gewählt, und das, obwohl sie im Schatten des auf der anderen Seite der Bucht gelegenen hochaktiven Vulkans Sakurajima liegt. Mit der Straßenbahn ging es zu unserer recht einfachen Unterkunft direkt am Hafen, wo morgen auch unsere Fähre zur Insel Yakushima ablegen wird. In der Unterkunft angekommen, suchten wir vergebens nach Betten, bis uns einfiel, dass wir in dieser Unterkunft nur Futonbetten – also mehr oder weniger ein Matratzenlager – gebucht hatten, die sich im Nachhinein jedoch als gar nicht so ungemütlich herausstellen sollten.
Da uns noch die eine oder andere Stunde Licht blieb, beschlossen wir spontan, uns dem eindrucksvollen Sakurajima, auf den wir auch von der Terrasse unserer Unterkunft einen großartigen Blick hatten, etwas zu nähern. Da er gerade nur verhalten ein paar Dampfwölkchen ausspie, hatten wir auch keine weiteren Bedenken. So begaben wir uns mit der Fähre auf die etwa 15-minütige Überquerung der Bucht. Auf der Überfahrt taten sich fantastische Blicke auf den Sakurajima auf.
Vulkan Sakurajima
Auf der Halbinsel angekommen, auf der der Vulkan thront, stellten wir aber schnell fest, dass es hier nicht viel zu tun gibt. Es fährt hier zwar ein Bus auf halbe Höhe des Sakurajima, jedoch hatten wir die letzte Fahrt schon verpasst. Außerdem hatte man von der Fähre eine bessere Sicht auf den Vulkan als vom Hafen. So vertrieben wir uns die Zeit bis zur nächsten Fähre mit einem Kurzbesuch bei einem kleinen Schrein direkt neben dem Hafen.
Schrein am Fuße des Vulkans Sakurajima
Dennoch zufrieden und bei hübscher Sonnenuntergangsstimmung fuhren wir wieder zurück zum Hafen von Kagoshima, wo wir direkt in ein zuvor ausgewähltes Running-Sushi-Lokal köpfelten. Nach diesem abermals hervorragenden Sushi-Erlebnis zogen wir uns in unsere Unterkunft zurück und machten es uns in Vorfreude auf den bevorstehenden Tag in unserem Matratzenlager gemütlich.
Sonnenuntergangsstimmung

Matratzenlager in der Unterkunft

Ausgewählte Kuriositäten:
  • In Japan gibt es ungefähr 240 Vulkane, davon sind 110 aktiv (nach der Definition der Japan Meteorological Agency gilt ein Vulkan als aktiv, wenn er in den letzten 10.000 Jahren mindestens ein Mal ausgebrochen ist).
  • Japan besitzt damit rund 10% aller aktiven Vulkane der Welt.
  • Viele Ortsnamen in Japan lassen sich schnell entschlüsseln und geben oft sogar Auskunft über die geographische Lage: Es gibt ein Kanji-Zeichen für jima/shima, das so viel bedeutet wie Insel. Die Kanji-Zeichen in Kagoshima lassen sich somit frei zu "Reh-Kind-Insel" übersetzen; die von Sakurajima zu "Kirschblüten-Insel". 

Dienstag, 5. März 2019

Tokio Tag 2

Früh morgens erklangen die Wecker an unserem ersten richtigen Besichtigungstag in Tokio. Wir mussten auch deshalb früher starten, da unser erstes Ziel der nahe bei unserem Hotel gelegene Tsukiji-Fischmarkt war, der vor allem in den frühen Morgenstunden interessant ist. Ein erster Blick aus dem Fenster erfreute die Gemüter noch mehr, denn das Wetter hatte sich artig an seine Vorhersage gehalten: wolkenloser, blauer Himmel.
Nach etwa 15 Gehminuten durch das zu dieser Uhrzeit im Vergleich zum Vorabend noch sehr verschlafene Ginza erreichten wir den Tsukiji-Fischmarkt.
Tsukiji-Fischmarkt
Auf diesem Markt bekommt man auch Obst, Gemüse, Blumen und Fleisch, aber legendär sind vor allem der Fisch und die Meeresfrüchte. Davon wechseln hier Tag für Tag um die 2.000 Tonnen den Besitzer. Da unser Tagesprogramm, auch ob des guten Wetters sehr dicht war, besuchten wir nur den äußeren, wesentlich fußgängerfreundlichen Markt, wo man die verarbeiteten Produkte kaufen und in etlichen kleinen Buden frischen Fisch vertilgen kann. Der innere Markt, in dem all die Meeresbewohner in Kisten gestapelt aufgebahrt liegen, öffnet erst um 9 Uhr, was uns zu spät war. Wer uns kennt, weiß, dass Essen bei uns immer eine treibende Kraft ist, und da wir gestern Abend so richtig auf den Sushi-Geschmack gekommen waren, dauerte es nicht lange, ehe wir in einem kleinen Lokal an der Sushi-Bar vor zwei Köchen saßen. Schnell hatten wir uns für die große Thunfischplatte mit Misosuppe entschieden, die unsere Gaumen frohlocken ließ. Die Bestellung einer zweiten Platte war quasi vorprogrammiert. Wir stellten damit auch fest, dass man hervorragendes Sushi auch zu einem günstigeren Preis genießen kann. Eine Tatsache, die uns für die bevorstehenden Wochen sehr glücklich stimmte.
Sushi zum Frühstück
Mit gut gefüllten Mägen bummelten wir noch ein wenig durch den Markt, bevor wir uns zu unserem nächsten Ziel, dem ein paar Gehminuten entfernten Hama-rikyu Onshi-teien aufmachten, der als einer der schönsten Gärten Tokios gilt und zudem das Einzige ist, was noch vom Shogun-Palast übrig ist, der sich einst bis auf das Gelände des heutigen Tsukiji-Markts erstreckt hat. Die umgerechnet 2,50 € für den Eintritt sind also gern bezahlt. Der saubere und gepflegte Park, dessen Herzstück ein großer Teich mit einer Insel ist, auf der ein netter Teepavillon und schön zurechtgestutzte jahrhundertealte Bäume stehen, lädt zum Spazieren und Verweilen ein. Nach einem kleinen Verdauungsspaziergang machten wir es uns auf einer Bank in der Sonne gemütlich und genossen die Ruhe, die man in dieser kleinen Oase inmitten der Großstadt findet. 
Hama-rikyu Onshi-teien 1

Hama-rikyu Onshi-teien 2
Beim Verlassen des Parks tummelten sich jedoch schon etliche mit Fotoapparaten bewaffnete Japaner in den Blumenfeldern und unter den blühenden Pflaumenbäumen. Wir konnten uns schon in etwa vorstellen, wie es sein würde, wenn erst einmal die Kirschblüte in vollem Gange ist … Bevor wir gingen, ließen wir es uns aber nicht nehmen, auch selbst ein paar Blümchen zu fotografieren, um in der Masse nicht negativ aufzufallen.
Hama-rikyu Onshi-teien 3
Nun hieß es wieder zurück in das rege Treiben der Stadt und hinein in die U-Bahn, um uns in Richtung Tokyo Sky-Tree zu begeben. Die Orientierung fiel uns überraschend leicht und so erreichten wir nach wenigen Stationen unser Ziel. Der im Mai 2012 eröffnete Tokyo Sky-Tree ist mit 634 Metern der weltweit höchste freistehende Fernsehturm.
Sky-Tree
Der Turm bietet Besuchern zwei Aussichtsplattformen – eine auf 350 m Höhe, die andere auf 450 m Höhe. Wir entschieden uns für die günstigere 350-m-Variante. Der Aufzug schießt mit gewaltiger Geschwindigkeit aufwärts und bereits nach wenigen Sekunden hat man das Aussichtsdeck erreicht, von dem aus sich ein atemberaubender Ausblick über die schier endlose Stadt auftut. Bei schönem Wetter soll man ja bis zu 100 km und somit auch bis zum Fuji sehen können. Das Wetter passte zwar, jedoch reichten die Sichtverhältnisse dennoch nicht aus, um einen Blick auf Japans natürliches Wahrzeichen zu erhaschen. Dennoch genossen wir den Rundumblick auf das Häusermeer unter uns. Von hier oben wird einem auch bewusst, wie klein man unten in dieser gewaltigen Metropole eigentlich ist.
Blick von der Sky-Tree Aussichtsplattform (350 m Höhe)
Der starke Wind ließ den doch sehr massiven Turm hier und da auch merklich wanken, weshalb wir uns alsbald entschieden, die luftigen Höhen zu verlassen und unseren Weg in Richtung Asakusa-Schrein, Tokios meistbesuchten Tempel, fortzusetzen. Der Weg dorthin verlief recht unspektakulär über eine große Hauptstraße und den Sumida-Fluss. Dennoch bietet jedes Viertel und jede Gegend in Tokio ein anderes Flair. Beim Schrein selbst bewahrheitete es sich, dass es sich hierbei tatsächlich um den meistbesuchten Schrein der Stadt handelt. Wir drängten uns durch die Massen aus einheimischen und ausländischen Touristen sowie Gläubigen, wurden hier und da selbst als Touristen entlarvt (ja, sehr schwer bei uns) und angesprochen, woher wir wohl kämen, und sogar ein Foto mit Einheimischen durfte nicht fehlen. Wir vergaßen dabei aber nicht, die wunderschöne Tempelanlage zu bestaunen. Insbesondere die imposante fünfstöckige Pagode wusste zu gefallen. Vor dem Kessel selbst befindet sich ein großer Kessel mit Räucherstäbchen. Weil der Rauch gesundheitsfördernde Wirkung haben soll, versuchen viele Besucher, ihren Körper durch die Kleidung hindurch mit diesem „einzureiben“.
Asakusa Tempel
Nachdem wir genug von der heiligen Stimmung inhaliert hatten, ging es weiter zum weitere 30 Gehminuten entfernten Ueno-Park, oder auch Ueno-koen. Der weitläufige Park versprüht zwar nicht den Charme des Hama-rikyu Onshi-teien, den wir heute Morgen besichtigt hatten, ist jedoch von breiten Gehwegen durchzogen, die an jahrhundertealten Tempeln und Schreinen vorbeiführen. Und auf dem Gelände befindet sich sogar ein Zoo, den wir allerdings nicht besuchten. An der Südspitze des Parks erstreckt sich ein großer Teich, dessen Ufer von etlichen Imbissständen gesäumt ist, die allerlei Köstlichkeiten feilbieten. Der gesamte Park scheint vor allem am Wochenende für viele Tokioter ein beliebtes Ziel zu sein, denn die Menschenmassen waren hier allgegenwärtig, doch aufgrund der Weitläufigkeit fiel das nicht weiter negativ auf.
Ueno-Park
Obwohl wir inzwischen schon etliche Kilometer zu Fuß abgespult hatten und die Beine schon erste Anzeichen von Müdigkeit aufwiesen, entschieden wir uns, das traditionelle Viertel Yanaka aufzusuchen. Die Tokioter nennen es nicht umsonst das „Viertel, das vergessen wurde“, denn wie durch ein Wunder wurde es vom großen Kanto-Erdbeben und den Bombardements der Alliierten im Zweiten Weltkrieg verschont. Auch die radikale Modernisierung der Nachkriegsjahre zog spurlos an Yanaka vorüber. Bis heute stehen hier zahlreiche altmodische Holzhäuser sowie mehr als 100 Tempel, die es zu einem tollen Ort für einen Spaziergang machen. Und tatsächlich hat man hier immerzu das Gefühl, in eine andere Zeit versetzt zu sein. Wenig deutet darauf hin, dass man sich nach wie vor in der bevölkerungsreichsten Stadt des Planeten befindet. In Yanaka gibt es etliche kleinere und größere Friedhöfe, darunter auch den Yanaka-reien, einen der stimmungsvollsten und prestigeträchtigsten der Stadt.
Friedhof in Yanaka
Nach all den schönen Eindrücken hier holte uns aber irgendwann doch die Müdigkeit ein, weshalb wir am frühen Abend mit der U-Bahn wieder zu unserem Hotel zurückkehrten, um uns ein wenig auszuruhen, da wir heute schon über 16 km in den Beinen hatten. Für den Abend hatten wir uns überlegt, noch in der näheren Umgebung oder im Ausgehviertel Roppongi etwas zu essen und uns ein paar Drinks einzuverleiben. Aus all dem wurde allerdings nichts, da wir es nicht mehr aus dem Bett, geschweige denn aus dem Zimmer schafften. Der Jetlag und der doch recht anstrengende Tag hatten ihre Spuren hinterlassen …

Ausgewählte Kuriositäten:
  • Bei den Thunfischauktionen auf dem Fischmarkt werden teilweise wahnwitzige Preise erzielt. So wechselte ein besonders großes Exemplar erst vor wenigen Wochen für den stolzen Preis von umgerechnet 2,7 Millionen Euro den Besitzer – ein neuer Rekord! Daher stellen sich die Touristen auch schon ab 3 Uhr Früh an, um einen der 60 für Ausländer reservierten Plätze bei diesen Auktionen zu ergattern.
  • Eine Besonderheit von Tokio sind mit Sicherheit die Themen-Restaurants und Cafés. So gibt es beispielsweise sogenannte Maid-Cafés, in denen sich kindlich aussehende Kellnerinnen in der Arbeitskluft französischer Zimmermädchen um das Wohl der Gäste kümmern. Was etwas anstößig klingt, ist doch jugendfrei und mit einer Brise Magie versüßt – wortwörtlich, denn die Kellnerinnen verzaubern das Essen und die Getränke immer mit speziellen Zaubersprüchen, um alles noch leckerer zu machen.
  • Tokio gilt als eine der saubersten Städte der Welt. Doch wenn man als Tourist seinen Müll (Plastikflaschen, alte Rechnungen usw.) los werden will, hat man ein Problem. Es gibt so gut wie keine Mülleimer. Und die wenigen, die es gibt, sind meist alles andere als einfach aufzuspüren.
  • Schnäuzten gilt in Japan als unhöflich, das laute Hochziehen jedoch nicht. Wenn man seine Nase jedoch unbedingt befreien muss, sollte man das möglichst im Verborgenen tun, um nicht den Unmut der Umstehenden auf sich zu ziehen.


Sonntag, 3. März 2019

Anreise nach Tokio & Tokio Tag 1

Die deutlich über 9.000 km lange Anreise nach Tokio verlief für alle unkompliziert und reibungslos, der knapp 11 Stunden lange Flug zehrte aber dennoch an den Kräften. Martin und ich flogen wie eingangs erwähnt von Wien und Gianni ein paar Stunden nach uns von München.


Wien - Tokio
In Tokio angekommen und die Einreiseprozedur hinter uns gebracht, übten wir uns am Flughafen an ersten Orientierungsversuchen, um den richtigen Zug in Richtung unseres Hotels zu finden. Doch die Befürchtungen, uns aufgrund der schriftsprachlichen Barrieren nicht zurechtzufinden, bewahrheiteten sich nicht, da auch für unwissende Touristen wie uns alles genau und verständlich angeschrieben war.

Martin beim Entziffern der Karte 
So saßen Martin und ich gegen 8 Uhr Vormittags bald im Zug zur Shimbashi Station, einen recht großen Bahnhof, der nur wenige Fußminuten von unserem Hotel entfernt liegt. Während der ersten zwei, drei Stationen bot sich uns noch viel Platz im Zug, danach bekamen wir jedoch die Rush Hour voll zu spüren und wurden sogleich daran erinnert, dass wir uns doch in der bevölkerungsreichsten Metropole der Welt befinden. Trotz der in den Zug gequetschten Menschenmassen hörte man kein gesprochenes Wort, nur stumme Seelen, die in ihr vor das Gesicht gerichtete Smartphone starrten oder ein kurzes Schläfchen abhielten.
Doch auch diese Anreiseetappe brachten wir problemlos hinter uns und kamen nach einem kurzen, unbeabsichtigten Umweg in unserem recht noblen Hotel im Stadtviertel Ginza an. Es war inzwischen kurz nach 9 Uhr, unser Zimmer konnten wir allerdings erst um 15 Uhr beziehen. So konnten wir uns nur kurz im WC der Hotellobby frischmachen und unser Gepäck verstauen lassen, ehe wir unsere ersten Schritte in die Stadt wagten. Gianni würde erst gegen Mittag im Hotel eintreffen, so blieben uns einige Stunden, um ein wenig die nähere Umgebung zu erkunden.
Wir spazierten ein wenig durch „unser“ Stadtviertel Ginza, Tokios Antwort auf die 5th Avenue in New York, ein luxuriöses Einkaufs-, Restaurant- und Vergnügungsviertel.
Ginza
Wir suchten uns einen Kaffee, um die durch die lange Anreise angezählten Lebensgeister etwas zu wecken, beobachteten das rege Treiben der geschäftigen Fußgänger und suchten mithilfe der WLAN-Möglichkeiten nach unserer ersten Abendessen-Örtlichkeit, da es uns seit der Landung schon mächtig nach Sushi gelüstete. Praktischerweise befindet sich im Herzen Ginzas das Kyubey, eines der beliebtesten Sushi-Restaurants der Gegend, in dem wir gleich für heute Abend einen Tisch reservierten.
Nachdem wir uns in Ginza einen ersten Überblick verschafft hatten und uns noch ein wenig Zeit blieb, ehe wir uns mit Gianni im Hotel treffen würden, spazierten wir noch in den nahe gelegenen Hibiya Park.
Hibiya Park 1

Hibiya Park 2
Der anfängliche Regen wich inzwischen auch langsam der Sonne und machte den kurzen Aufenthalt in dem kleinen, aber netten Park direkt südlich des Kaiserpalasts noch angenehmer. Nach einer kurzen Runde vorbei an hübsch angelegten Gärten und blühenden Pflaumenbäumen gönnten wir uns noch einige Minuten in der Sonne und kehrten zu Mittag ins Hotel zurück, wo Gianni bereits in der Lobby auf uns wartete. Da uns noch immer ein paar Stunden blieben, ehe wir unser Zimmer beziehen konnten, zeigten wir Gianni noch einmal das bisher von uns Erkundete und wagten uns darüber hinaus mit der letzten Kraft, die uns heute noch blieb, weiter zum Kaiserpalast, dem Wohnsitz des japanischen Kaisers und seiner Familie. Die Palastanlage selbst ist leider nicht öffentlich zugänglich, man kann jedoch auch vom umliegenden Gelände, das ebenfalls sehr hübsch gestaltet ist, aus ein paar nette Blicke auf das Innere der Anlage erhaschen.
Gianni und Martin

Kaiserpalast
Nach diesen ersten bereits sehr netten Eindrücken kehrten wir einmal mehr ins Hotel zurück, wo nun endlich unsere Zimmer bereitstanden. Nach einer kurzen Verschnaufpause und den inzwischen bitter notwendigen Duschen trieb uns der Hunger aber bereits wieder hinaus. Im Restaurant Kyubey bekamen wir einen Platz an einem Tisch im traditionellen japanischen Stil, sprich am Boden sitzend. Die Flüche über unsere ungedehnten Körper, die unser Essen im sitzen ein wenig zur Herausforderung werden ließen, wichen jedoch bald dem frohlockenden Jubel über die köstlichen Gerichte, die uns im Zuge mehrerer Gänge serviert wurden. Besonders jegliches Sushi war ein Traum und stellte selbst die besten uns bekannten Restaurants in Österreich bei Weitem in den Schatten. Einzig die Rechnung, die sich mit Getränk bei circa 170 € belief, schmeckte uns nicht ganz so gut … Trotzdem bereuten wir dieses einzigartige Esserlebnis ganz und gar nicht, wir nahmen uns lediglich vor, nicht jeden Tag in selbiger Preisklasse speisen zu gehen. Mal sehen, ob es uns gelingen wird … 😉
Nun hatte uns der Jetlag aber endgültig eingeholt. Gepaart mit den anstrengenden Dehnübungen während des Essens blieb uns keine andere Möglichkeit mehr, als uns dem ersehnten Schlaf hinzugeben. Außerdem hatten wir uns für den kommenden Tag, der Traumwetter versprach, einiges vorgenommen …



Ausgewählte Kuriositäten:
  • Japan umfasst 6852 Inseln, wovon 421 bewohnt sind. Die 4 großen Inseln Honshu, Hokkaido, Shikoku und Kyushu machen 97% der Landesfläche aus.
  • Die Bevölkerungsdichte von Tokio (auf der Hauptinsel Honshu) beträgt 5751 Einwohner/km².
  • Die Bevölkerungsdichte der Insel Hokkaido (nördlich von Honshu) beträgt 72 Einwohner/km².
  • Der Kaiserpalast Tokio ist die Residenz des Tennō, des japanischen Kaisers. Der amtierende Kaiser Akihito wurde am 12. November 1990 offiziell zum 125. Tennō von Japan ausgerufen. Akihito hat seiner Regierungszeit den Namen Heisei (平成, Frieden überall) gegeben. Nach der aktuellen Japanischen Verfassung ist der Tennō das Symbol des Staates und der Einheit des Volkes.

Dienstag, 26. Februar 2019

Die Reise beginnt ...

Knapp zweieinhalb Jahre sind nun vergangen, seit Gianni und ich von unserer gemeinsamen Reise mit Thomas nach Westkanada zurückgekehrt sind. Natürlich grübelten wir schon während und vor allem nach dieser Reise über unsere nächsten Ziele nach, allerdings auch in dem Wissen, dass es aufgrund der unterschiedlichen Lebenssituationen schwer werden könnte, wieder gemeinsam eine anzutreten. Umso schöner ist es, dass es uns doch wieder gelungen ist, zusammen ein fernes Land zu erkunden. Ja, diesmal tatsächlich nur ein Land, denn im Vergleich zu unseren bisherigen Reisen werden wir dieses Mal bei unserem vierwöchigen Trip keine Zwischenstopps einlegen, sondern versuchen, uns einen möglichst vielfältigen Eindruck des viertgrößten Inselstaates der Welt zu verschaffen: Japan.

Auch dieses Mal ist es uns gelungen, jemanden dafür zu begeistern, unsere traute Zweisamkeit zu durchbrechen. Mit Martin haben wir wieder einen langjährigen guten Freund und gleichzeitg meinen Arbeitskollegen an Bord, mit dem ich 2006 bereits gemeinsam die USA besucht habe. Da er sich also schon als Reisepartner bewährt hatte, sprach nichts dagegen ;-)

Aufgrund der praktischen Direktflugverbindungen von Wien nach Tokio bzw. von München nach Tokio werden wir den langen Anreisetag am 28.02. getrennt hinter uns bringen. Martin und ich starten zu Mittag von Wien und landen am 01.03. um 06:50 Uhr Ortszeit in Japan, während Gianni von München abhebt und am späten Vormittag in Tokio landet. Sollten wir es schaffen, uns durch den mit japanischen Zeichen geschmückten Schilderwald zu kämpfen, werden wir uns hoffentlich gegen Mittag in unserem ersten Hotel im tokioter Geschäfts- und Vergnügungsviertel Ginza bei unserem ersten Sake treffen.

Während unserer Reise halten wir uns die meiste Zeit auf Japans größter Insel Honshu auf, besuchen aber für ein paar Tage auch Kyushu, die direkt südlich gelegene und drittgrößte Insel des Landes. Auch wenn Japan vor allem für seine gewaltigen Metropolen wie Tokio oder Osaka bekannt ist, hoffen wir auf unserer Route auch viel Kulturelles sowie einzigartige Landschaften sehen und erleben zu können. Und mit etwas Glück bekommen wir gegen Ende der Reise noch etwas von der weltberühmten und allseits beliebten Kirschblüte mit. Details dazu folgen dann aber im Laufe der nächsten Wochen ...

Wie oben schon erwähnt, lautet unser erstes Ziel Tokio. Wir werden zuerst drei Tage in Japans Hauptstadt und gleichzeitig bevölkerungsreichsten Metropole der Erde verbringen, ehe wir sie am Ende unserer Reise wieder für ein paar Tage beehren und am 31.03. Richtung Heimat verlassen. Die Wettervorhersage für die ersten Tage ist auch ganz in Ordnung, teils kann und wird es wohl ein wenig regnen, allerdings sollte etwas Sonnenschein ebenso drin sein. Die Temperaturen werden ohnehin schon etwas höher sein als bei uns, obgleich wir uns gerade aus einem recht frühlingshaften Österreich verabschieden.

Wir wünschen allen viel Spaß beim Lesen und hoffen, euch mit unserem Blog wieder ein bisschen an unserer Reise teilhaben lassen zu können. Wir melden und aus Tokio!


Tokio Tag 1 (Kamakura) & Tokio Tag 2 (Nikko) & Tokio Tag 3

Fast vier Wochen sind tatsächlich schon vergangen, seit wir hier in Tokio gelandet sind. Auch wenn wir in dieser Zeit vieles erlebt und unt...